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Zeitliche Einordnung der Erdgeschichte und erdgeschichtliche Prozesse

 

 Eiszeiten in der Erdgeschichte

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(Ittiz) Eiszeit in Nordeuropa

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Unser Planet hat ein kaum vorstellbares Alter von rund 4,6 Mrd. Jahren. Die ersten Lebensformen könnten sich durch chemische Reaktionen gebildet haben, die in Fossilien als Bakterien nachgewiesen werden konnten. Im Laufe der Jahrmillionen hat die Erde durch Kontinentalverschiebungen und Klimaeinflüsse ihr Erscheinungsbild immer wieder verändert - so wie auch alle irdischen Lebensformen sich permanent verändern. Die Menschheitsgeschichte des Homo sapiens reicht gerade einmal rund 160.000 Jahre zurück und ist erdgeschichtlich gesehen im Verhältnis zur rund 4,6 Mrd. Jahre alten Erde lediglich eine winzige Randnotiz. Bis heute sind nur wenige Eiszeiten in den ca. 3,8 Mrd. Jahren rekonstruierbarer Erdgeschichte bekannt. Überwiegend herrschte auf der Erde ein nicht eisbildendes Warmklima.

 

 Eiszeiten in Brandenburg

Unbekannt sind die genauen Auslöser von Eiszeiten. Die känozoische Eiszeit begann vor etwa 33,5 Millionen Jahren mit der Vereisung der Antarktis. Mit der Vereisung der Arktis vor 2,7 Mio. Jahren dehnten sich Inlandeismassen von mehreren hundert bis über tausend Metern Dicke von den skandinavischen Hochgebirgen über die Nord- und Ostsee bis nach Mitteleuropa aus. Bis zu 1.000 m mächtige Gletscher waren in Brandenburg keine Seltenheit. Der gewaltige Druck von Eismassen und die Schubkraft der Gletscher führten dazu, dass sich die Landschaft veränderte. Überbleibsel der känozoischen Eiszeit sind die heutigen Landschaften Brandenburgs und deren oberflächennahen Ablagerungen.

 

 Einzigartige Landschaftsverformung im Geoland Oder-Spree

 

Durch vorrückende Gletscher kam es zu Stauchungen und Aufwölbungen von Erdmassen am Eisrand. Durch beginnendes Abschmelzen wurde der Eisrand freigelegt. Durch ein Rückschmelzen des Gletschers wurden Endmoräne, Grundmoräne, Zungenbecken, Rinnenseen, Kames, Drumlin und Oser sowie Grundmoränenseen freigelegt. Große Mengen u.a. an Findlingen gelangten über diesen "Transportweg" aus Skandinavien nach Brandenburg. Die nachfolgenden Klimaerwärmungen hinterließen ebenfalls ihre Spuren. Da das Schmelzwasser der Gletscher nicht nach Norden abfließen konnte, weil die abtauenden Eismassen eine Barriere bildeten, flossen große Wassermassen entlang der Eisgrenze nach Westen in die Nordsee ab. Damit entstanden die Urstromtäler. Das überwiegend nicht eisbildende Warmklima hatte zur Folge, daß im Geoland Oder-Spree Landschaften entstehen konnten, die erdgeschichtlich  und geologisch einzigartig sind.