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Bodenschätze im Geoland Oder Spree - Bauen und Arbeiten mit Rohstoffen

Feldsteingebäude_Grunow.jpg

 

Kalksteinbruch Rüdersdorf

 

Raseneisenstein Mauer

 

Rohstoffe und Baustoffe wie Sand am Märkischen Meer

Wer sich im Geoland Oder-Spree genauer umschaut, dem fällt auf, dass rund um Rüdersdorf, auf dem Barnim oder im Oderbruch sehr alte Häuser, Kirchen oder auch Stadtmauern nicht wie sonst üblich aus gebrannten Ziegeln errichtet wurden, sondern aus regional vorhandenem Kalkstein, Feldstein oder Raseneisenstein. Diese regionalen Rohstoffvorkommen wurden und werden noch heute als Baustoffe in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt.

 

Feldsteine

Feldsteine, zu sehen in Gebäuden, Mauern und Katzenkopfpflasterstraßen, kamen besonders in Regionen vor, in denen die känozoische Eiszeit große Mengen an Geschiebe aus Granit, Gneis oder Quarziten hinterlassen hat. Besonders deutlich treten Feldsteinbauten entlang der Oberbarnimer Feldsteinroute in Erscheinung. Die meisten Feldsteine wurden während der Spätromantik und der Frühgotik zu Feldsteinquadern behauenen und für den Kirchenbau verwendet. Im 15. und 16. Jahrhundert änderte sich der Baustil von Feldsteinkirchen. So wurden Feldsteine nur noch für Teile der Kirchen verbaut und lediglich an einer Seite glatt geschlagen. An Giebeln, Tür- und Fensteröffnungen wurden Backsteine eingesetzt.

 

Kalkstein aus Rüdersdorf

Die Baumeister und Handwerker der Vorzeit haben ihre Baustoffe im direkten Umfeld vorgefunden und somit auch gleich nutzen können: beispielsweise sind die Kalksteinvorkommen in Rüdersdorf die größten ihrer Art in Deutschland. Schon im Mittelalter wurde Rüdersdorfer Kalkstein abgebaut, gebrannt und zum Bau beispielsweise des Dominikanerklosters in Strausberg eingesetzt. Seit mehr als 200 Jahren wird Kalkstein in Rüdersdorf zur industriellen Herstellung von Zement verwendet. Heute zählt Rüdersdorf zu einem der größten Bergbaugebiete mit Zementherstellungsbetrieben in Deutschland.

 

Raseneisenerz

Raseneisenerz wurde ab der Eisenzeit bis ins 20. Jahrhundert in Brandenburg abgebaut und verarbeitet. Rasenerz kommt in holozänen Niederungen von Schmelzwasserbecken vor. Die meist weniger als einen Meter dicken Schichten  aus Raseneisenerz lagern unter einer dünnen Vegetationsdecke. In Brandenburg wurde Raseneisenerz seit der Eisenzeit seit ca. 500 Jahren vor Chr. bis ins 20. Jahr­hundert abgebaut und verhüttet. In der Eisenzeit wurde Raseneisenerz in mit Holzkohle befeuerten Rennöfen zu Roheisen verarbeitet. Seit dem Mittelalter wurde Raseneisenerz aber auch als Baustoff verwendet. Stark verfestigter, quarzreicher Raseneisenstein konnte ähnlich wie Sandstein gut bearbeitet werden und wurde häufig zum Bau von Gebäude-Ecken, für Tür- und Fensterlaibungen oder in Mauern als verbindendes Element verwendet.