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Rauener Berge: Hohlräume aus Bergbau werden verfüllt

22.09.2014

(Märkische Oderzeitung) 3000 Tonnen Filterasche fließen bis zum Jahresende in alte Bergbau-Hohlräume in den Rauener Bergen, um diese zu sichern. Mehr als 60 Jahre lang wurde dort Braunkohle abgebaut - bis zu 673 000 Tonnen im Jahr.

 

Lautes Dröhnen und Spurrinnen weisen den Weg zu den Arbeiten in den Rauener Bergen. Seit einigen Tagen sind Rayk Müller und Martin Lücke dabei, ausgediente Stollen, die eine Tiefe von 40 Metern haben können, zu verfüllen. Dafür haben die Männer eine Pumpstation aufgebaut, die von Lastern angefahren werden kann. "Das ist in diesem bergigen Gelände nicht so einfach", sagte Müller, der nach dem Auftanken die bis zu 200 Meter langen Rohre, durch die die Füllmasse zum Stollen transportiert wird, kontrolliert.

 

Noch bis zum Jahresende werden die Männer damit beschäftigt sein, in den Rauener Bergen 45 Bohrlöcher zu verfüllen, unter denen sich Hohlräume befinden, sagt Wolfram Seiferth, Geschäftsführer der Bergsicherung und Baugrundsanierung GmbH aus Frankfurt (Oder). Es handelt sich dabei um den zweiten Bauabschnitt bei der Sicherung des Altbergbaugebiets. "Wir haben Dokumente, in denen die alten Stollen eingezeichnet sind", sagt Seiferth. An jedem Punkt, an dem diese einen der vier Waldwege in dem Gebiet kreuzen, setzten die Arbeiter im Frühjahr Bohrungen - insgesamt um die 150. Bei etwa einem Drittel trafen sie einen Hohlraum. Diese werden nun verfüllt.

 

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In den Rauener Bergen wurde mehr als ein halbes Jahrhundert Braunkohle abgebaut. 1842 legten die Bergmänner dort die erste Grube an. Die "Rauener Braunkohlegruben" und die Grube "Gnadenreich". Der Abbau der Kohleflöze erfolgte bis in 50 Meter Tiefe. Der Simon-Stollen mit 2430 Metern Länge war einer der bedeutendsten. Bis zu 150 Männer arbeiteten unter Tage und förderten bis zu 673 000 Kubikmeter Kohle pro Jahr. Zogen zunächst Pferde die Loren aus dem Bergbau, gab es ab 1910 eine Lokomobile. In den 1920-er Jahren stellte das letzte Bergwerk seinen Betrieb ein.

 

Quelle: Märkische Oderzeitung